Flugangst

Angst ist ein großes Thema, auch in meinem Leben. Ich leide tagtäglich schlimm unter Ängsten. Aber ich gehe dagegen an, ich gebe nicht auf! Willst du wissen wie ich es ins Flugzeug geschafft habe?

Der Urlaub stand schon fest, wir wollten nach Rom fliegen. Naja, mein Freund wollte unbedingt nach Rom fliegen. Ich bin natürlich selbst schuld, schließlich habe ich zugesagt.

Die Angst zulassen

Die Tage waren gezählt, der Termin des Fluges rückte immer näher. Und ich hatte Angst. Etwa eine Woche davor kam im Fernsehen etwas über Flugreisen, habe ich mir natürlich angesehen.

Ob man hinten oder vorne mehr Chancen hat zu überleben, oder oder oder…

Da bekam ich Angst. Augenblicklich. Keine Panikattacke – Gott sei dank – aber große Angst. Ich saß alleine und zusammengekauert auf dem Sofa und sah mir die Sendung an.

Du wirst es nicht glauben aber ich hielt die Angst einfach aus. Sie kam und sie blieb und ich tat nichts um mich abzulenken oder sonst etwas.

Nach ca. 1 Stunde begann die Angst sich zu verflüchtigen, ja es wurde einfach sanft weniger. Am Ende konnte ich ganz entspannt sitzen. Das hat mich total erstaunt und auch wenn ich mir vorstellte ich würde im Flugzeug sitzen – nichts. Total entspannt.

Es ist eine biologische Tatsache dass der Körper einen Zustand der Angst oder ähnlichem niemals länger als 6 Stunden am Stück aufrecht erhalten kann. (Ja liebe Männer, eure Frauen können nie länger als 6 Stunden am Stück auf euch sauer sein, der Trick besteht darin den richtigen Moment abzupassen 😉 ) Aber das ist das absolute Maximum.

Ein paar Tage später kam ich auf die bescheuerte Idee nachzulesen wann man überhaupt ins Flugzeug steigen darf und wann nicht. *Facepalm*

Platzende Trommelfelle, Gase im Bauch, geringerer Sauerstoffwert im Blut… Katastrophenbilder für mich!

Wieder kam die Angst. Diesmal vielleicht etwa 2 Stunden. Dann hat es aufgehört, genau wie beim letzten Mal.

Irgendwann kamen mir dann die fantasievollsten Ideen was mir im Flugzeug alles passieren könnte wegen des niedrigen Luftdrucks. Platzende Aneurysmen, Herzinfarkt, Hyperventilation wegen dem Sauerstoffgehalt etc. etc.

Ich ließ die Angst kommen und gehen. Das wars.

Die Vorstellungskraft

Diese Erfolge wollte ich aber sogleich nutzen und übte noch eine ganz andere Technik. Ich stellte mir so lebhaft ich konnte vor, wie ich ganz entspannt im Flugzeug sitzen würde und alles in Ordnung wäre.

Um mich ein wenig sicherer zu fühlen habe ich dann vorsorglich ein Paar Ohrenstöpsel speziell für den Flug (Kann ich nur empfehlen) und Bachblüten in der Apotheke, sowie ein anspruchsvolles Rätselheft besorgt, dann war ich vorbereitet.

Auch am Tag der Abreise habe ich meine Vorstellungskraft benutzt. Im Zug fühlte ich mich wohl, es war mir bekannt. Den schüttelte es aber auch immer hin und her. Und der konnte schließlich auch entgleisen, Sorgen machte ich mir aber nicht.

Also stellte ich mir vor ich säße bereits im Flugzeug. Dieses Gefühl habe ich dann im Flieger wieder ins Gedächtnis gerufen. Ich stellte mir vor, ich säße wieder im Zug. Hat geklappt.

Natürlich hatte ich trotzdem noch ein wenig Angst, das lässt sich glaube ich nicht vermeiden. Aber es war wirklich erträglich. Den Start hatte ich mir viel schlimmer vorgestellt, da gab es einen kleinen Hopser im Bauch und das wars dann.

Wie du dich auf den Flug vorbereitest

Zusammenfassend also:

  1. Lass die Angst kommen, halt sie aus. Sie vergeht wieder.
  2. Nutze deine Vorstellungskraft. Stelle dir so gut du kannst vor, wie alles gut geht. Rufe deine Erinnerung an eine entspannte Situation in Erinnerung, wenn du im Flugzeug sitzt.
  3. Kauf dir vorsorglich etwas, das dich beruhigt. Die Bachblüten haben mir geholfen, weil ich wusste, dass ich etwas dabei habe. Die Ohrenstöpsel haben geholfen, weil ich so keine Angst vor Ohrenschmerzen haben musste. Und mit dem Rätselheft konnte ich mich wirkungsvoll ablenken.
  4.  Flieg wenn möglich nicht alleine, sondern nimm jemanden mit, der dich in den Arm nehmen kann. Das hilft auch ungemein.

Hilft dir das? Kennst du sonst noch Tipps? Ich freue mich auf dein Feedback. 🙂

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3 Gedanken zu “Flugangst

  1. Das mit den Aneurysmen kommt mir bekannt vor. Solche und ähnliche Sachen sind jedes Mal der Auslöser für meine Panik-Attacken im Flieger und ich bin früher gern geflogen. Ohrstöpsel nutze ich auch immer und erstaunlicherweise ist deren Anwendung beruhigender.

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